Energiequelle Wald
57 Millionen Festmeter Holz können jährlich im deutschen Wald geerntet werden, ohne die Holzvorräte und Nutzungsmöglichkeiten für unsere Nachkommen zu schmälern. 17 Millionen Festmeter, das sind rund 24 Millionen Raummeter (Ster), entsprechen energetisch etwa dem Heizwert von 4,4 Milliarden Litern Heizöl.
In unserem Wald befindet sich somit eine bisher zum Teil ungenutzte Quelle stetig sprudelnder Energie.
Forstleute nehmen den natürlichen Existenzkampf zwischen den Bäumen vorweg, indem sie alle fünf bis zehn Jahre die Waldbestände durchforsten, d.h. pflegen. Damit wird vermieden, dass die überlebenden Bäume im natürlichen Existenzkampf "jeder gegen jeden" geschwächt und krankheitsanfällig werden. Ein gepflegter, durchforsteter Wirtschaftwald ist deshalb gesünder als ein ungepflegter Wald. Indem das natürliche Wachstum der Bäume gelenkt und das Holz geerntet wird, anstatt dass es verfault, wird aus einem zwangsläufigen Naturvorgang ein natürlicher Rohstoff, das Holz, gewonnen.
In einem Jahr darf nur soviel Holz geerntet werden, wie jedes Jahr nachwächst. Nachhaltigkeit nennen die Forstleute diesen Grundsatz. Gegen diesen Grundsatz wurde bei uns in Notzeiten verstoßen.
In vielen Teilen dieser Erde wird ein unverantwortlicher Raubbau mit dem Wald und seinem Holz getrieben: Es wird mehr Holz gefällt als wieder nachwachsen kann. Ähnliches haben auch unsere Vorfahren in Mitteleuropa bis um das Jahr 1800 getan. Abgeholzte, verwüstete Waldreste waren die Folge. Diese Erfahrung war der Anfang einer langfristig planenden Forstwirtschaft. Die Forstbeamten sollen verhindern, dass aus kurzfristigem finanziellem Interesse der öffentlichen und privaten Waldeigentümer eine für Wald und Gesellschaft langfristig schädliche Entwicklung eintritt.


